Rückkehr zur Normalität?

Montag, 3. August 2020

Von Marco Schwinning

Gerne würde ich an dieser Stelle verkünden, dass schon bald alles wieder so sein wird wie vor Corona – allerdings muss ich da sofort auf die Bremse treten: der Weg zurück zur Normalität wird kein ganz leichter sein.

Eine Wiederaufnahme des regulären Liga-Spielbetriebs wird wohl noch auf sich warten lassen. Da der Deutsche Schachbund nun eine Saison-Verlängerung der 2. Bundesliga analog zur 1. Bundesliga bis zum Frühjahr 2021 beschlossen hat, darf man davon ausgehen, dass der Schachbund NRW diesem Trend folgen wird. Zwar können die Verbände und Bezirke unabhängig entscheiden, aber zumindest mit dem Start einer neuen Saison ist weder in diesem noch Anfang des nächsten Jahres zu rechnen. Immerhin gibt es auf Bezirksebene die Überlegung, die unterbrochene Saison ohne Wiederaufnahme zu beenden – mit ungelöster Aufstiegs- und Abstiegsproblematik.

Vereinsabend am 17. August geplant

Hoffnung gibt es in Hinblick auf die Wiederaufnahme unseres Vereinsangebots. Nach diversen bürokratischen und technischen Rückschlägen planen wir einen Neustart nach den Ferien am Montag, 17. August. Diese Ankündigung erfolgt unter Vorbehalt, da sich die Schutzvorgaben – insbesondere für die Nutzung von Schulräumlichkeiten – von heute auf morgen ändern können. Und natürlich werden künftige Vereinsabende bis auf Weiteres von umfassenden Hygienemaßnahmen gekennzeichnet sein. Ein entsprechendes Hygienekonzept wird rechtzeitig veröffentlicht bzw. vor Ort ausgelegt. Vorab schon einmal einige wichtige Punkte.

⇒ Beschränkung auf 30 Personen

Diese Beschränkung gemäß Coronaschutzverordnung gilt seit dem 15. Juli für nicht-kontaktfreien Sport in geschlossenen Räumen. Die Einhaltung sollte kein großes Problem darstellen. Die aktuellen Kontaktadressen der Teilnehmer müssen hinterlegt bzw. überprüft werden.

⇒ Striktere Trennung von Jugend- und Erwachsenenbereich

Jugendliche und Erwachsene werden wie schon bisher zu unterschiedlichen Zeiten und zudem in unterschiedlichen Räumen trainieren. Eine Überschneidung wird vermieden (Einzelfall-Ausnahmen sind möglich). Vorausgesetzt, wir können wie bisher Mensa und Aula nutzen, werden die Jugendlichen montags von 17.00 - 18.00 Uhr in der Mensa trainieren. Das Training der Erwachsenen beginnt um 18.30 Uhr in der Aula und endet spätestens um 22.00 Uhr.

⇒ Schutzmasken und Handschuhe

Mit dem heute veröffentlichten Maßnahmenkatalog des Ministeriums für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen gilt in Schulgebäuden – sogar während des Unterrichts – grundsätzlich Maskenpflicht. Dieser Anweisung werden wir uns anpassen. Auf das Tragen einer Mund-Nasen-Schutzmaske kann vorläufig nur in begründeten Einzelfällen verzichtet werden. Darüber hinaus soll der direkte Kontakt mit dem Spielmaterial durch das Tragen von Handschuhen möglichst vermieden bzw. zumindest reduziert werden. Der Verein stellt bei Bedarf pro Teilnehmer einmalig wiederverwendbare Baumwollhandschuhe und ansonsten Einweghandschuhe und Einweg-Schutzmasken zur Verfügung. Diese Maßnahmen sind natürlich nicht sehr komfortabel, dienen aber dem Schutz aller und stellen daher das geringere Übel dar.

⇒ Desinfektion, Handhygiene, Belüftung

Das Tragen von Handschuhen entbindet keineswegs von der Pflicht zur Handhygiene. Es ist im Interesse aller, dass jeder Teilnehmer des Trainings zu Beginn seine Hände gründlich wäscht. Als besonders wichtig gilt inzwischen die ausreichende Belüftung der genutzen Räumlichkeiten. Darauf werden wir verstärkt achten, im Zweifelsfall auch eine 15-minütige Lüftungspause einlegen. Außerdem wird das Spielmaterial sowie das Mobiliar am Trainingsende gereinigt bzw. desinfiziert.

⇒ Verhalten im Verdachtsfall

Symptome wie Fieber, trockener Husten, Verlust des Geschmacks-/Geruchssinns sind ansteckungsverdächtig. Wer entsprechende Symptome aufweist, kann nicht am Training teilnehmen. Da selbst ein einfacher Schnupfen zur COVID-19-Symptomatik gehören kann, bitten wir im Fall einer Erkrankung um prophylaktisches Fernbleiben vom Training, bis eine Verschlimmerung ausgeschlossen werden kann.


Diese Liste mit Maßnahmen ist zwar noch nicht vollständig, aber vielleicht auch so schon ein wenig deprimierend. Natürlich hoffen wir alle, dass solche Einschränkungen, die dem Schachsport durchaus seinen Reiz zu nehmen drohen, nur vorübergehend sind. Es mag ein schwacher Trost sein, dass sich diese und ähnliche Maßnahmen auch auf viele Bereiche des Alltags erstrecken und auch andere Sportarten nicht verschonen.

Über die Fortführung des vereinsinternen Saison-Spielbetriebs, also z.B. Vereinsmeisterschaft und Vereinspokal, können wir an dieser Stelle noch keine genauen Angaben machen. Zunächst einmal ist es wichtig, dass wir überhaupt wieder in Kontakt kommen, ein bisschen Schach spielen und hoffnungsvoll in die Zukunft blicken.