Lockdown-Lebenszeichen

Dienstag, 2. Februar 2021

Nach wie vor müssen wir alle in vielen Lebensbereichen Geduld aufbringen, bis endlich wieder so etwas wie Normalität einkehren kann. Der gegenwärtige Lockdown ist vorerst bis zum 7. März angesetzt. Inwiefern dann erste Lockerungen in Kraft treten, ist – trotz der günstigeren Entwicklung der Corona-Fallzahlen – noch nicht abzusehen. Insbesondere wissen wir nicht, wann es mit dem Vereinssport weitergehen kann. Das betrifft natürlich auch unser Schachangebot.

In letzter Zeit liest man häufiger von einem regelrechten Schachboom, ausgelöst durch die Netflix-Serie Damengambit um eine junge, erfolgreiche Schachspielerin. Ich will niemandem den Spaß verderben, aber ich halte  das für eine naive Augenwischerei. Mit der gegenwärtigen Realität der Schachvereine hat dieser vermeintliche Hype nichts zu tun. Im Gegenteil, viele Schachvereine dürften mehr denn je ums Überleben kämpfen. Je länger der Lockdown andauert, desto schwieriger wird der Kampf. Dieser Realität müssen wir ins Auge sehen.

Alle für die nächste Zeit angesetzten Spieltermine auf Bezirks- und Verbandsebene, die unsere Mannschaften betreffen, wurden abgesagt, neue Termine wurden noch nicht in Aussicht gestellt. Das gilt gleichermaßen für die so genannte Zwischensaison und für die offiziell noch laufende Ligasaison 2019/20. Ob es angesichts der nutzlos verstrichenen Zeit wirklich Sinn macht, irgendwann, vielleicht im späten Frühjahr, damit zu starten, dass Termine aus der Saison 2019/20 nachgeholt werden, mag jeder selbst beurteilen.

Aber auch ohne den Liga-Spielbetrieb wird unser Verein sich – wenn es mal so weit ist – erst einmal wieder neu organisieren müssen. Ob Jugendtraining, geselliger Vereinsabend oder interner Spielbetrieb, das alles wird sehr viel Zeit brauchen, um auf das Niveau zurückzukommen, das wir vor Corona erreicht hatten. Bei aller Zuversicht ist im Moment nur eines sicher: nämlich dass nichts sicher ist. Von diesem langen Einschnitt wird auch ein zuletzt so erfolgreicher und aufstrebender Verein wie der unsere sich erst erholen müssen. Eine kleine Information am Rande: Unsere Schachabteilung, die 1981 als kleine Hobby-Truppe gegründet wurde, feiert in diesem Jahr ihr vierzigjähriges Bestehen – damit sind wir fast schon ein Traditionsverein.

Für die bevorstehenden Aufgaben sind wir gut gewappnet. Zwar werden wir insbesondere im Jugendbereich einige Mitglieder verlieren, aber auf der anderen Seite gelingt es unserem umtriebigen Sportdirektor Christian Hibbeln selbst in Krisenzeiten, starke Schachspielerinnen und Schachspieler zu finden, die unseren Verein in Zukunft verstärken wollen. Die Idee, Sterkrade-Nord zu einem bedeutenden Schachverein der Region aufzubauen, ist so lebendig wie zuvor, und mit vereinten Kräften wird es uns gegen alle Widerstände gelingen, unser Ziel in den nächsten Jahren zu erreichen.

In diesem Sinne danke ich allen, die unsere Arbeit aktiv oder auch einfach durch ihre Geduld und Treue unterstützen.

Marco Schwinning, Abteilungsleiter Schach