Umkämpftes Match mit gutem Ausgang

Sonntag, 29. September 2019

In der 2. Runde der Kreisliga trafen wir auf den erwartet schweren Gegner Kirchhellen 3 und konnten uns am Ende über einen knappen Sieg freuen. Alles in allem geht das Ergebnis von 4,5:3,5 für Sterkrade-Nord 3 in Ordnung, aber da das Match hart umkämpft war, hätte es durchaus auch anders, unter Umständen sogar zu Gunsten der Gäste, ausgehen können.

Swantje MinnekenDer Reihe nach. Die 13-jährige Swantje Minneken hatte es offenbar eilig, wieder nach Hause zu kommen. Nach nur 13 Zügen und einer halben Stunde Spielzeit zwang sie ihren sichtlich überrumpelten Gegner, den König umzulegen, und brachte die Nordler 1:0 in Führung. Gut gespielt – mehr gibt es da nicht zu sagen.

Etwas anders sah es da wohl am Nachbarbrett Nr. 5 aus, wo Annika Labuda ungewohnt schlecht aus der Eröffnung kam. Spanisch-Lektion nicht gelernt? Mit Schwarz wurde sie glatt überspielt, ihr Gegner hätte quasi mit verbundenen Augen einen beliebigen Gewinnzug spielen können – fand ihn aber nicht. Nachdem einige Figuren und sogar die Damen vom Brett verschwunden waren, sah es wieder ganz ok für Annika aus. Allerdings schienen das beide Gegner nicht zu bemerken. Weiß leitete mit einem Figurenopfer einen Angriff ein, der bei genauerer Betrachtung nur heiße Luft war und Annika faktisch eine ganze Figurenlänge in Vorteil brachte. Aber wie das manchmal so ist, wenn man sich in die Partie zurückgekämpft hat und mental noch nicht wieder erholt ist: Annika reagierte falsch, büßte einen Turm ein, ließ einen gegnerischen Bauern zur Umwandlung durch und fügte sich ins Matt. 1:1 nach anderthalb Stunden.

Gegen den etwas unorthodoxen Sizilianer unseres Bezirksvorsitzenden Hans-Georg Große konnte sich Manfred Langer eine traumhafte Stellung mit starkem Läuferpaar und Mehrbauern erspielen. Klare Sache, so schien es, aber dummerweise muss man auch noch den Gewinnweg gehen, was mitunter sehr genaues Spiel erfordert. Das gelang Manfred nicht. Er tauschte schließlich einen seiner Läufer, fand nicht das Rezept und ließ seinen Gegner ins Remis entkommen.

Der als Ersatz für den kurzfristig erkrankten Herbert Bobovnik in die Mannschaft gerückte Marco Schwinning tat sich wieder mal schwer. Sein Gegner hielt die Stellung  ziemlich geschlossen, konnte allerdings seine Figuren nur eingeschränkt bewegen. Diesen Umstand nutzte Schwinning, um langsam aber sicher in die schwarze Stellung einzudringen. Nach dem geschickten Abtausch aller Figuren blieben zwei Freibauern auf der 6. Reihe übrig, die der gegnerische König beim besten Willen nicht beide aufhalten konnte. 2,5:1,5 für Sterkrade-Nord.

Doch die Freude über die Führung währte nur kurz. An Brett 3 geriet Ulrich Broens nach einer fehlerhaften Abwicklung etwas unerwartet unter die Räder. Die Kirchhellener waren zurück im Spiel.

Inzwischen sah es auch an Brett 7 alles andere als erfreulich aus. Das Endspiel mit zwei Minusbauern bei gleichfarbigen Läufern war für Peter Segat im Grunde hoffnungslos. Umso lauter war der mannschaftlich geschlossene Stoßseufzer der Erleichterung, als Peters Gegner mit dem überraschenden Verlust der Mehrbauern die Partie ins Remis verstolperte. An diesem Punkt konnten die Nordler von Glück sagen, dass es nur 3:3 stand. Der Kampf musste an den Brettern 1 und 2 entschieden werden.

Kurioserweise wurde an beiden Brettern Skandinavisch gespielt. Grundsätzlich sah Mark Schockes Stellung mit Schwarz an Brett 1 leicht vorteilhaft aus: hochexplosiv mit taktischen Möglichkeiten, aber eben schwer zu durchschauen. Vermutlich gab diese Komplexität am Ende den Ausschlag zu Marks Gunsten. Er erhöhte nach drei Stunden auf 4:3. Währenddessen schien Sharlena Brock in vergleichsweise harmloser Stellung allmählich in Vorteil zu kommen. Nur so ist es überhaupt zu erklären, dass ihr Gegner sofort in ihr Remisangebot einwilligte und damit vielleicht etwas voreilig den Mannschaftskampf mit 4,5:3,5 für Sterkrade-Nord beendete.

Der knappe, etwas glückliche, aber keineswegs unverdiente Sieg in der 2. Runde bringt zugleich den Ausbau der Tabellenführung in der Kreisliga mit sich. Die Nordler können sich bereits jetzt mit zwei Punkten Vorsprung vom übrigen Feld absetzen. Der 3. Kampf am 20. Oktober wird allerdings ein schweres Auswärtsspiel gegen die SG Gladbeck.