Swantje ist Landesmeisterin

Sonntag, 13. September 2020

Von Marco Schwinning

Völlig überraschend konnte Swantje Minneken bei der NRW-Meisterschaft in der Altersklasse U18w den Titel erringen. Damit ist sie neben Ela Pröttel (U12w) als zweite Spielerin von Sterkrade-Nord für die diesjährige Deutsche Meisterschaft in Willingen qualifiziert.

Der Weg zum Titel war allerdings eher kurios. Auf die Teilnahme an der Verbandsmeisterschaft musste Swantje aus Termingründen verzichten. Dafür flatterte vor zwei Tagen eine Anfrage ins Haus, ob Swantje bei der Landesmeisterschaft U16w oder U18w spielen wolle. Hier kam aus Termingründen für die Vierzehnjährige nur das Turnier der U18w am heutigen Sonntag in Frage. Vor Ort stellte sich dann heraus, dass das Feld durch einige Absagen auf acht Teilnehmerinnen geschrumpft war. Angesetzt waren sieben Runden Schnellschach.

Swantje in BrackelSwantje, an Nr. 4 gesetzt, startete gleich mit einem Sieg über die um 300 DWZ-Punkte besser bewertete Nr. 2 Valerija Naumenko vom SV Hemer. Nach zwei sicheren Siegen gegen etwas schwächere Teilnehmerinnen traf Swantje dann auf die Nr. 1 der Setzliste, Nicole Garbuz von den Schachfreunden Brackel – auch hier konnte die als krasse Außenseiterin gehandelte Nordlerin ohne Mühe den vollen Punkt einsammeln. Es lief mit vier Punkten aus den ersten vier Spielen fast schon zu gut.

Nach einer kurzen Pause und ersten Gedanken an eine mögliche Qualifikation für die DEM kam dann beinahe mit Ansage der herbe Rückschlag. Nach nur fünf Minuten Spielzeit setzte Swantje ihre Partie gegen eine rund 500 DWZ-Punkte schwächer gehandelte Gegnerin komplett in den Sand, gab die Tabellenführung ab und sah ihre Felle bereits wieder davonschwimmen.

Mit Wut im Bauch und dem Atem der starken Verfolgerinnen im Nacken gewann sie die nächste Partie im Blitztempo und eroberte sich die Tabellenführung durch die bessere Sonneborn-Berger-Feinwertung zurück. In der letzten Runde musste sie nun gegen die punktgleiche, aber deutlich DWZ-stärkere Judith Sokolowski von SV Düsseldorf antreten. Eine Niederlage hätte alle Mühe zunichte gemacht – aber dazu kam es nicht. In einer ausgeglichenen Stellung willigte Swantje in das Remisangebot ihrer Gegnerin ein, wodurch sich beide den Qualifikationsplatz sicherten und Swantje mit der besseren Feinwertung knapp, aber letztlich hochverdient den Pokal für die Landesmeisterin errang.

Vielen Dank an Werner Wilfried Jentzsch für die Einladung zum Turnier, die organisatorischen Mühen und die wie immer souveräne Turnierleitung.