Sensation im Vereinspokal

Mittwoch, 15. Mai 2019

Die Begegnung zwischen Swantje Minneken und Mark Schocke im Finale des Vereinspokals war an sich schon Überraschung genug. Dass jedoch die erst 13-jährige Swantje daraus als Siegerin hervorging, kann man nur als handfeste Sensation bezeichnen.

Mark SchockeBeide Spieler hatten auf dem Weg in dieses Finale starke Konkurrenten aus dem Weg geräumt. Während Mark Karsten Holtappel, Friedhelm Fischer und Michael Schmidt ausschaltete, konnte sich Swantje gegen Herbert Bobovnik, Randolf Briese und Reinhard Gebauer durchsetzen. Dank seiner um fast 400 Punkte höheren DWZ ging Mark als Favorit ins Rennen, doch Swantje war angesichts ihrer starken Leistung aus den vorigen Runden keineswegs chancenlos.

In der Partie dann ging es über weite Strecken eher ruhig und positionell zu. Zwar erreichte Mark ein etwas aktiveres Figurenspiel, doch Swantje konnte durch einen isolierten Freibauern auf der c-Linie eine leichte Initiative entwickeln. Insgesamt konnte keiner der beiden einen klaren Vorteil für sich reklamieren. Allerdings verbrauchte Mark deutlich mehr Zeit – vielleicht gab dieser Umstand letztlich den Ausschlag. Als es zum Ende hin doch noch taktisch und somit rechenintensiver wurde, nutzte Mark die Ungenauigkeiten in der Verteidigung seiner Gegnerin nicht konsequent aus, sondern stellte zunächst eine, dann eine zweite Figur ein, um zum Schluss auch noch eine Mattdrohung zu übersehen. Die Sensation war perfekt.

Für Swantje ist dieser Sieg, mit dem sie zugleich Vereinsgeschichte schreibt, der bisher größte Erfolg in ihrer Schachkarriere. Mark kann das Erreichen des Finales getrost als großen Erfolg verbuchen, obwohl ihm der große Coup versagt blieb. Zu bedauern ist einzig und allein Swantjes Trainer, der nun aufgrund einer Wette dazu verdonnert ist, ein Leben lang auf Bestellung für sie Kuchen zu backen.

Nachtrag: Parallel zum Pokalfinale lief die erste Halbfinalbegegnung der Jugendvereinsmeisterschaft zwischen Joris Minneken und Annika Labuda. Joris erarbeitete sich eine schöne Gewinnstellung, konnte aber bei knapper werdender Zeit keinen klaren Gewinnweg finden, sondern lenkte zähneknirschend ins Remis ein. Im anschließenden Blitzentscheid konnte er sich mit 1,5: 0,5 gegen Annika durchsetzen und trifft im Finale auf den Sieger der nachzuholenden Partie zwischen Niclas Kausch und Swantje Minneken.