Nur der Nachwuchs überzeugt

Montag, 26. November 2018

Bei der knappen Niederlage unserer Kreisliga-Mannschaft gegen die SG Gladbeck zeigte sich lediglich unsere Jugend in guter Form. Während die Kinder an den drei unteren Brettern satte 2,5 Punkte einfahren konnten, schwächelten die Erwachsenen und holten an den übrigen fünf Brettern lediglich 1 Punkt – was unterm Strich zu einer knappen 3,5:4,5-Niederlage führte.

Wie die Feuerwehr legte Annika Labuda an Brett 7 los. Zwar begann sie ihre Partie recht unspektakulär, nutzte aber den ersten groben Schnitzer ihres Gegners, um ihn taktisch zu zerlegen. So ganz allmählich mausert sie sich zum Schrecken aller Kreisliga-Opas.

Joris Minneken spielte an Brett 6 eine ganz ausgezeichnete Partie mit starkem Bauernaufmarsch am Königsflügel und durchschlagendem Läuferopfer auf g5 – sehr mutig und kreativ. Zwar ließ er dann den schnellsten Gewinnweg aus, konnte aber die Partie dank seiner drei verbundenen Freibauern und einer abschließenden Unachtsamkeit seines Gegners zum verdienten Sieg führen.

Swantje Minneken steckte an Brett 8 in einer geschlossenen Stellung fest und bat folgerichtig darum, ihrem Gegner ein Remis anbieten zu dürfen. Vielleicht hätte man diese Partie noch fortsetzen können, da Swantjes Dame nach dem Abtausch aller Türme die einzige offene Linie kontrollierte, aber diesen subtilen Vorteil mit unbeweglichen Figuren in einen Sieg umzumünzen, wäre doch eher eine großmeisterliche Aufgabe gewesen. Die Punkteteilung ging also in Ordnung.

Ein nicht minder friedliches Remis vereinbarten Manfred Langer und sein Gegner Frank Puskailler an Brett 2. Hier war keiner der beiden in der Stimmung, den anderen bis aufs Blut zu bekämpfen.

Hartmut Geisel schien an Brett 3 auch nicht in bester Kampflaune zu sein. Das führte allerdings dazu, dass er seinem Gegner das Feld mehr oder weniger widerstandslos überließ und dem direkten Angriff auf seinen König nichts entgegenzusetzen hatte.

Schon früh auf verlorenem Posten stand Peter Segat an Brett 5 gegen einen weitaus erfahreneren Gegner. Für das überraschende Königsgambit fand er zunächst die angemessene Erwiderung, beging allerdings einen entscheidenden Fehler, indem er, statt zu rochieren, einen gegnerischen Zentrumsbauern eroberte - nur um sich verdutzt die Augen zu reiben, als er nach einer knackigen Kombination seines Gegenübers im 17. Zug die Dame hergeben musste. Damit war die Partie natürlich gelaufen.

Aus dem Spiel von Herbert Bobovnik (Foto, rechts) wird man derzeit nicht schlau. Der starke Taktiker und sonst so kompromisslose Angreifer spielte wie schon zuvor eher verhalten, startete halbherzige Figurenmanöver und stellte dabei erst eine Qualität, danach eine weitere Figur ein, bis die Stellung in sich zusammenfiel.

Beim Stand von 3:4 aus Sterkrader Sicht war Marco Schwinning an Brett 1 zum Sieg verpflichtet – was dem Geschehen auf dem Brett nicht unbedingt entsprach. Nach betont scharfer Eröffnung mit dem Budapester Gambit erreichte Schwinning mit Schwarz zwar einen leichten Eröffnungsvorteil, aber nicht das angestrebte Ungleichgewicht. Mit einfallslosem Mittelspiel verbaute er seine Stellung zusehends und kämpfte mit dem Problem, seine Figuren zu aktivieren. Sein Gegner – naturgemäß ḿit einem Remis zufrieden – tauschte schließlich ab, was ging. Schwinning opferte einen Bauern am Damenflügel, um im Zentrum einen Freibauern zu schaffen, und im folgenden Damen-Bauern-Endspiel gelang es ihm tatsächlich, mit Hilfe dieses Freibauern die Initiative zu ergreifen. Sein Gegner verteidigte sich umsichtig, sodass man sich in Ermangelung realistischer Siegchancen nach viereinhalb Stunden auf ein Unentschieden einigte – was zugleich die Niederlage der Mannschaft besiegelte.

Die zweite Schlappe in Folge zeigt zumindest deutlich die derzeitigen Grenzen unserer Kreisliga-Mannschaft auf. Zuverlässige Punktelieferanten sind momentan ausgerechnet unsere jüngsten Spieler und Spielerinnen. Trotz der erneuten Niederlage konnte sich die Mannschaft übrigens mit ausgeglichenem Puntekonto auf dem 2. Platz in der Tabelle halten. Der nächste Kampf findet bereits in zwei Wochen bei Königsspringer Hassel statt.