Mit Blitzschach und Kuchen zur Tabellenführung

Montag, 14. Oktober 2019

Auch die 2. Mannschaft musste am 2. Spieltag der Verbandsbezirksliga auf drei wichtige Spieler verzichten, wurde aber dennoch mit Bravour ihrer Favoritenrolle gerecht und besiegte Mülheim-Nord 5 klar mit 6,5:1,5. Die Mannschaft ist inklusive der Stammersatzspieler so gut aufgestellt, dass sie zu Recht als Aufstiegsfavorit gilt.

Seinen Einstand für den Verein feierte Markus Schwenke (Landesmeister Sachsen-Anhalt 2004) und beeindruckte dabei gleich zweifach. Zuerst einmal brachte er einen sehr leckeren Kuchen mit – vielen Dank dafür! Und dann beendete er seine erste Turnierpartie seit sechs Jahren nach nur sieben Zügen mit einem vollen Punkt. Ein toller Blitzstart für Sterkrade-Nord.

Adam Walker baute als zweiter Ersatzspieler die Führung auf 2:0 aus, da sein Gegner wegen eines drohenden Figurenverlusts die Partie aufgab. Kurz darauf folgte der nächste Sieg am Spitzenbrett. Marcell Aulich zeigte erneut, dass einem Spieler seiner Klasse wenige Ungenauigkeiten des Gegners ausreichen, um schnell und sicher zu punkten. Eine klare 3:0-Führung in Mülheim, und der Kampf war noch jung.

Zu diesem Zeitpunkt gab es nur an Brett 4 eine optische Überlegenheit für die Mülheimer. Der Gegner von Stefan Horn ließ sich nicht davon beeindrucken, dass er 300 DWZ-Punkte weniger hatte, und setzte Stefan ordentlich unter Druck. Als die Zuschauer noch überlegten, ob sich diese optische Überlegenheit eventuell zu einem handfesten Vorteil ausbauen ließe, preschte Stefans Gegner schon mutig vor und opferte für einen Königsangriff einen Turm. Wie sich wenige Züge später zeigte, verpuffte dieser Angriff ohne Wirkung aber mit entscheidendem Materialverlust: 4:0 für die Nordler.

Auch Frank Altenburg an Brett 5, der am 1. Spieltag pausiert hatte, wollte sich nicht lange bitten lassen. In typischer Manier erhöhte er immer weiter den Druck, gewann einen Bauern und sah eigentlich schon wie der sichere Sieger aus. Sein Gegner holte dann aber noch zu einem Gegenschlag aus und konnte Frank sogar kurzfristig unter Druck setzen, doch eine weitere gegnerische Ungenauigkeit genügte unserem amtierenden Vereinsmeister, um auf 5:0 zu erhöhen.

Die folgende Niederlage von Michael Schmidt an Brett 6 nehme ich als Mannschaftsführer auf meine Kappe. Michael spielte wie so häufig eine ruhige, solide Partie, die schnell in eine sehr ausgeglichene Stellung mündete. Dass er, anstatt ins sichere Remis abzuwickeln, eine sehr riskante Variante wählte und damit die Stellung überzog, lag nur daran, dass ich vor dem Mannschaftskampf einen vollen Punkt von ihm eingefordert hatte. Damit hatte ich ihn eigentlich motivieren wollen, da ich ja weiß, was er kann, und der Meinung bin, dass er oft zu leicht in ein Remis einwilligt. Diese "Motivation" ging leider nach hinten los.

Auch wenn der Kampf längst zu unseren Gunsten entschieden war, kämpften Florian Stricker an Brett 2 (Foto) und Markus Berendsen an Brett 3 hartnäckig um den vollen Punkt. Beide hatten bereits Remisangebote abgelehnt und wollten unbedingt gewinnen. Leider musste Markus irgendwann einsehen, dass Michaela Hausrath gerade im Endspielbereich anscheinend sehr viel von ihrem Ehemann GM Hausrath gelernt hat. Sie zeigte eindrucksvoll, wie auch gleichfarbige Läuferendspiele bei genauem Spiel trotz optischer Überlegenheit des Gegners im Remis enden.

Nun spielte nur noch Florian. Irre, wie cool er seine Partie spielte. Erneut setzte er seinen Gegner früh mit schwarz unter Druck. Dies kostete zwar viel Zeit, aber wie selbstverständlich führte er seinen 40. Zug mit einer Restzeit von 2 Sekunden auf der Uhr aus, um in der Folge den hart umkämpften, aber verdienten Sieg zum Endstand von 6,5:1,5 für Sterkrade-Nord einzufahren.

Bericht: Christian Hibbeln, Mannschaftsführer der 2. Mannschaft

Übersicht VBL Gr. 6

Nachtrag: Das Geheimnis unseres Erfolgs

Oft werden wir gefragt, worin das Geheimnis von Sterkrade-Nord besteht. Wie kann es sein, dass ein Verein, der vor kurzem noch große Probleme hatte, eine einzige Mannschaft aufzustellen, inzwischen 6 Mannschaften (davon zwei Jugendteams) ins Rennen schickt? 

Nun, unter anderem ist es uns gelungen, in den letzten 15 Monaten zwölf vereinslose Spieler in den Verein zurückzuholen, die zum Teil vor zehn Jahren mit dem Turnierschach aufgehört hatten und heute dazu beitragen, dass die Sportvereinigng Sterkrade-Nord ein lebendiger und konkurrenzfähiger Schachverein geworden ist. Die alten Meister haben eben nichts verlernt