Ein kleiner Schritt vorwärts

Sonntag, 9. Februar 2020

Von Marco Schwinning

Trotz der Unwetterwarnungen fanden am 7. Spieltag der Kreisliga zumindest zwei der drei Mannschaftskämpfe planmäßig statt. Unsere 3. Mannschaft musste zum Rückspiel nach Kirchhellen reisen, zu der Mannschaft also, gegen die im Hinspiel nur ein hauchdünner Sieg errungen werden konnte. Während draußen der Wind tobte, standen also auch im Spielsaal die Vorzeichen auf Sturm.

Den ersten Treffer konnte Herbert Bobovnik (Foto) an Brett 5 landen. Im vierten Zug schaltete er kompromisslos auf Angriff und überraschte seinen Gegner damit so sehr, dass dieser nach nur 16 Zügen und zwanzig Minuten Spielzeit dem Matt nicht mehr entgehen konnte.

Leider stand zu diesem Zeitpunkt Peter Segat an Brett 8 bereits auf Verlust. Gegen einen Kirchhellener Ersatzspieler hatte Peter sich früh in eine aussichtslose Stellung manövriert, in der ein Figurenverlust zum anderen und nach gut einer Stunde schließlich sogar zum Matt führte. Ein paar Bretter weiter oben sah es auch nicht gerade rosig aus. Annika Labuda (Brett 4) hatte in recht kurzer Spielzeit gegen unserer Bezirksvorsitzenden Hans Georg Große ein Springer-Bauern-Endspiel erreicht – allerdings ein eher verlorenes mit Minusbauern. Große führte mit seiner ganzen Erfahrung die Partie zum Sieg und brachte damit nach gerade einmal 75 Spielminuten die Kirchhellener mit 2:1 in Führung.

Anlass zur Hoffnung wiederum gab es an den Brettern 6 und 7. Swantje Minneken kam mit Schwarz gut aus der Eröffnung, verschwendete keine Zeit und nutzte ihren leichten Stellungsvorteil, um einen schwungvollen Angriff am Königsflügel zu starten. Zwar profitierte sie davon, dass ihr Gegner nicht immer die besten Verteidigungszüge fand, aber der Angriff selbst war sehenswert genug, um das Prädikat besonders wertvoll unter Swantjes Sieg zu setzen. Nebenan an Brett 7 setzte Hartmut Geisel seinen Gegner ebenfalls mächtig unter Druck. Ein gedeckter Läufereinschlag auf h7 entblößte früh den gegnerischen König, der sich gefährlichen Drohungen der weißen Schwerfiguren ausgesetzt sah. Mit einem geschickten Springermanöver eroberte Hartmut schließlich eine Qualität, woraufhin Stellung und Widerstand des Gegners schnell zerbrachen und in die Aufgabe der Partie mündeten.

Damit hatten die Nordler den Rückstand vorerst gedreht. Mit einer 3:2 Führung ging es in die Endphase des Kampfes.

Mannschaftsführer Mark Schocke erspielte sich an Brett 1 eine bequeme und aktive Stellung. Dieser Vorteil war niemals in Gefahr. Zwar bemühte sich der Gegner, seine Figuren besser ins Spiel zu bringen, doch als er durch ein taktisches Missgeschick seine Dame gegen einen Turm einbüßte, gab er die verunglückte Partie sofort auf.

Ein halber Punkt an Brett 2 oder 3 hätte zum Mannschaftssieg genügt. Bei Ulrich Broens an Brett 2 sah es lange Zeit durchaus ausgeglichen aus, allerdings schien die Zeit vor allem auf Ulrichs Seite zu vergehen – mit der tragischen Konsequenz, dass er die Partie durch Zeitüberschreitung verlor. Manfred Langer an Brett 3 hatte sich zu Beginn seiner Partie in einer wenig attraktiven Stellung mit zur Untätigkeit verdammten Leichtfiguren verfangen. Zwischenzeitlich flammte aber Hoffnung auf, als Manfred Gelegenheit fand, gegen eine kleine Schwäche seines Gegners am Damenflügel zu spielen. Vielleicht hätte sich die Partie zum Guten wenden können, doch im bald folgenden Schwerfiguren-Endspiel fand der Gegner zu seiner Stärke zurück und trug den Sieg davon.

Das alles in allem gerechte 4:4 war hart umkämpft und bremst den Nordler-Aufstiegsexpress nur minimal. Bis zur Vervollständigung des Spieltags am 16. Februar führt die 3. Mannschaft von Sterkrade-Nord die Kreisliga-Tabelle mit sechs Punkten Vorsprung an. Buer-Hassel hat die Möglichkeit auf vier Punkte zu verkürzen. Danach folgen nur noch drei Spieltage – das sind einmal sonnige Aussichten.