Den Kampf noch gerettet

Montag, 13. Januar 2020

Von Marco Schwinning

Das ist noch einmal gutgegangen. Mit einem etwas glücklichen Remis gegen Gladbeck kann die 4. Mannschaft die Tabellenführung in der Kreisklasse auch nach dem 5. Spieltag  verteidigen. Die anderen Mannschaften werden an diesem zerstückelten Spieltag erst nächste und übernächste Woche antreten, aber unsere fleißig angehäuften Brettpunkte sichern uns zumindest einen minimalen Vorsprung.

Ideal gelaufen ist es für uns allerdings nicht. Die Gladbecker traten in dieser Saison erstmals komplett und faktisch in Bestbesetzung an. Damit war von vornherein klar, dass der bisherige Tabellenletzte mehr zu bieten haben würde, als er zuvor gezeigt hat.

Bereits nach kurzer Spielzeit lagen wir an den Brettern 3, 4 und 5 deutlich zurück. Gina und Julian hatten schon in der Eröffnung jeweils eine ganze Figur verloren, während Niclas irgendwo eine Qualität vermisste. Joris an Brett 1 war nach seiner Jugendliga-Niederlage am Vortag sichtlich um Schadensbegrenzung bemüht und schob eine eher gemütliche italienische Partie vor sich her. Ich selbst musste mich an Brett 2 gegen einen überraschend frühen Königsangriff meines Gegners wehren.

Zunächst kam es, wie es kommen musste. Gina tappte in einen hinterhältigen Abzugsangriff und gab ihre Partie nach dem unvermeidbaren Damenverlust auf. Joris einigte sich mit seinem Gegner wenig spektakulär auf eine Punkteteilung. Niclas kämpfte tapfer, konnte aber den materiellen Rückstand nicht verringern, verlor schließlich noch ein paar Bauern und gab dann das klar verlorene Endspiel auf.

Mit einem halben Brettpunkt aus drei Spielen standen wir schon mit dem Rücken zur Wand. Julian lag weiterhin eine Figur zurück, war aber immerhin noch im Spiel, sodass uns zumindest ein zarter Hoffnungsschimmer am Horizont leuchtete. Was meine Partie angeht, war ich inzwischen überzeugt, dass der Angriff meines Gegners nicht von Erfolg gekrönt sein würde. Allerdings musste ich in verwickelter Stellung genau spielen, um nicht doch noch Opfer eines taktischen Schlags zu werden. Obwohl die Genauigkeit meines Spiels zu wünschen übrigließ, konnte ich meinen Gegner etwas zurückdrängen, der sich damit jedoch nicht zufriedengeben wollte und noch einmal nachsetzte. Das war dann aber des Guten zu viel. Mit einem taktischen Konter zwang ich ihn, Material abzugeben. Ich eroberte zwei Figuren für drei Bauern und befand nun meine Königsstellung für sicher genug. Gelassen nahm ich zur Kenntnis, dass mein Gegner noch einen weiteren Bauern schluckte, da ich nach kurzer Überlegung einen schlichten Angriff auf seine Dame entdeckte, der zu einem weiteren Figurengewinn für mich führen würde. Dies markierte dann auch den sofortigen Schlusspunkt der Partie und Anschlusstreffer zum 1,5:2,5.

Nun hieß es noch ein Weilchen zittern und bangen. Julians Gegner zeigte in komplexer Stellung leichte Ermüdungserscheinungen. Julian selbst gewann mit jedem weiteren Zug größere Sicherheit, eroberte Bauern, Figuren, schließlich sogar die gegnerische Dame und drehte seine verloren geglaubte Partie noch zu einem kuriosen Sieg – klasse Leistung!

Für den Mannschaftskampf bedeutete das den letztlich gerechten Endstand von 2,5:2,5. In der Tabelle sichert uns dieses Unentschieden die Tabellenführung zur Halbzeit der Kreisklasse. Aber machen wir uns nichts vor, in der Rückrunde stehen erneut fünf schwierige Spiele auf dem Programm.

Übersicht Kreisklasse