Licht und Schatten beim SWOB-Jugendopen

Sonntag, 11. Juni 2017

Das Oberhausener Jugendopen, veranstaltet vom SV Schwarz-Weiß Oberhausen, hat sich inzwischen in der Region etabliert. Insgesamt knapp 80 Teilnehmer aus Oberhausen, der Umgebung und sogar aus der Ferne füllten die große Aula des Heinrich-Heine-Gymnasiums ordentlich, ohne dass es zu eng geworden wäre.

SwantjeFür Swantje Minneken, die für Sterkrade-Nord in der Altersklasse U12 startete, hätte es sogar ein ganz großer Tag werden können, denn die ersten vier Spiele des auf sieben Runden ausgelegten Turniers absolvierte sie mit einer Ausbeute von 3,5 Punkten – und zwar gegen starke Gegner, welche am Ende die Ränge 2 - 4 belegten. Grandios ihre Partie gegen Luca Zamhöfer (Katernberg), wo sie in einem für sie gewonnenen Endspiel mit ihrem Gegner mitblitzte, Dame und Turm hergab und trotzdem locker über die Zeit gewann. Danach ein souveränes Remis gegen Alessio Ciomperlik (SW Oberhausen) und ein schneller Sieg gegen Robert Tenenbaum (Horst-Emscher). Gegen den U12-Favoriten Vincent Klugstedt (Borken) dann die Wende. In schöner Stellung gab sie ohne Not ihren vorgerückten Freibauern und damit ihren Vorteil ab und verlor. In den letzten zwei Spielen gegen weniger starke Gegner bekam sie dann kein Bein mehr auf den Boden, warf eine Partie sogar durch einen ungültigen Zug weg. Schade, denn da war heute deutlich mehr drin. Sogar der spätere Turniersieger Paul Wiedenbruch (Düsseldorf) zeigte sich zwischenzweitlich erleichtert, nicht gegen die elfjährige Holtenerin spielen zu müssen – den nötigen Respekt hat Swantje sich also verschafft, aber dann viel zu wenig daraus gemacht. Am Ende als bestes Mädchen nur Platz 10.

Bei Joris Minneken, der in der U10 startete, lag der Fall ein wenig anders, da er durchaus zum Kreis der Favoriten zählte. Tatsächlich reichte es am Ende zu einem soliden 5. Platz, das kann aber nicht über die eher durchwachsene Leistung hinwegtäuschen. So richtig ins Turnier fand Joris nicht, und seinem Spiel fehlte durchweg die Souveränität. Zwei unnötige Niederlagen gegen schwächer einzuschätzende Gegner ließen schon Zweifel aufkommen. Immerhin hätte Swantjes kleiner Bruder in der letzten Runde mit einem Sieg vielleicht noch um den 2. Platz kämpfen können. Doch er verlor gegen den U10-Sieger Max Pick völlig den Kopf, ließ sich von seinem Gegner schon früh zum Blitzschach verleiten und stellte folgerichtig in einem ohnehin schon schwierigen Endspiel mit Turm gegen zwei Läufer zwanglos seinen Turm und natürlich die Partie ein – bei nicht einmal zur Hälfte verbrauchter Spielzeit. Da kommt harte Arbeit auf uns zu, damit Joris endlich wieder sein Potenzial ausschöpft.

Wirklich schade war aber, dass bei einem so schönen Turnier in unmittelbarer Nähe lediglich zwei Kinder von Sterkrade-Nord am Start waren. Macht sich da etwa eine gewisse Spielmüdigkeit bemerkbar? Zum Glück sind bald erst einmal Sommerferien.