Die Richtige DoSiS Schach

Montag, 26. Juni 2017

Eigentlich sollten wir keine Reklame für einen fremden Schachverein in einer fremden Stadt machen, aber die angenehmen Nachbarn vom SV Dinslaken veranstalten Jahr für Jahr ein nettes Turnier, das zu allem Überfluss auch noch immer besser wird: die Dinslakener offene Stadtmeisterschaft im Schach, kurz DoSiS – Kudos also an die Schachfreunde von nebenan!

Zunächst nervös: Peter SegatVier Teilnehmer von Sterkrade-Nord waren dabei: die zwei alten Hasen Swantje und Joris sowie die beiden Frischlinge Mark Schocke und Peter Segat. Und wie das manchmal so ist, begann das Turnier gleich mit einem Knaller, nämlich mit einem Dameneinsteller von Peter gegen einen jugendlichen Gegner. Das kann kann leider passieren und muss schnell unter den Teppich gekehrt werden. Mark führte seine erste reguläre Turnierpartie ohne Probleme zum Erfolg, während Joris gegen einen übermächtigen Gegner eine kostenlose Lehrstunde erhielt. Swantje wurde in Runde 1 wieder einmal Opfer ihrer selbst, spielte gegen ihren mehr als 600 DWZ-Punkte stärkeren Gegner lange Zeit gleichwertig mit, kam sogar in Vorteil, wusste nichts damit anzufangen und warf ihn – nämlich den Vorteil – schließlich zusammen mit der Partie auf den Müll.

Konzentriert: Swantje MinnekenIn der zweiten Runde konnte Peter die Verhältnisse wieder zurechtrücken und seinen erneut jugendlichen Gegner mühelos besiegen. Mark hatte gegen eine starken Gegner zwar zu kämpfen, hielt die Partie aber sicher Remis. Die eigentlichen Dramen spielten sich anderswo ab. Swantje erspielte sich mit ihrer inzwischen gewohnheitsmäßigen Sicherheit eine schöne Gewinnstellung – und gab sie Remis. Joris sah sich inzwischen mit dem Nordischen (Dänischen) Gambit seines übermütigen Gegners konfrontiert, das er mit seiner taktischen Klarsicht gut kontrollierte und relativ zügig zum Gewinn hätte führen können – wenn da nicht plötzlich wieder ein Bruch in seinem Spiel gewesen wäre, der schließlich sogar zum unnötigen Verlust der Partie führte.

Handschlag mit dem IM: Mark SchockeRunde 3 sah dann das gefürchtete Geschwister-Duell: Joris gegen Swantje – der Familienfrieden blieb gewahrt, beide nahmen einen halben Punkt mit nach Hause. Währenddessen ließ sich Peter von der Spielerfahrung seines Gegners die Grenzen aufzeigen. Und Mark? Der musste nun gegen den Internationalen Meister und frisch gebackenen Vorsitzenden des SV Dinslaken, Christof Sielecki, ran, welcher wiederum nichts anbrennen ließ, sondern mit der Spanischen Abtauschvariante früh in ein vorteilhaftes Endspiel überging, das zum ungefährdeten Sieg genügte.

In Runde 4 durfte Mark sich über einen schnellen Sieg gegen den 13-jährigen Luis-Peter Urbantat freuen. Swantje und Joris einigten sich mit ihren Gegnern recht schnell auf Remis. Bei Swantje war das mit einem Minusbauern auch ganz gut so, Joris dagegen verschenkte eine leicht vorteilhafte Stellung gegen einen nominell schwächeren Gegner. Wo ist nur der alte Kampfgeist hin? Peter musste sich erneut der größeren Spielerfahrung seines Gegners beugen.

Noch ungefestigt: Joris MinnekenIn Runde 5 wurde Swantje auf dem völlig falschen Fuß erwischt, als sie mit Schwarz in der Caro-Kann-Verteidigung im 3. Zug f6 gegen den vorgerückten weißen Bauern auf e5 spielte und wenige Züge später schachmatt gesetzt wurde. Ein bitterer Moment im Leben einer jungen Schachspielerin. Joris und Peter erfüllten ihre Pflicht mit ungefährdeten Siegen. Und Mark hatte mit Jochen Esser erneut einen dicken Brocken zu schlucken, war lange Zeit unter Druck und musste sich schließlich im Endspiel geschlagen geben.

Das Fazit des Turniers fällt aus Sterkrader Sicht insgesamt sehr erfreulich aus. Vier unserer Spieler, davon zwei Kinder, haben den Mut bewiesen, sich einer wirklich starken Konkurrenz zu stellen. Nicht jedes Spiel ist optimal verlaufen, doch so oder so wurde wertvolle Turniererfahrung gesammelt. Gerade für unsere beiden Neuzugänge Peter Segat und Mark Schocke war dies ein wichtiger Schritt. Für Peter ist es schade, dass der Ausrutscher in der 1. Runde den weiteren Turnierverlauf in Hinblick auf die Zulosung der Gegner stark geprägt hat. Doch die Art, wie er den frühen Rückschlag weggesteckt hat, zeigt, dass er sich zu einem guten Turnierspieler entwickeln kann. Bei Mark lief es von Anfang an gut. Das bescherte ihm zum Teil die schwierigsten Gegner, gegen die er zwar verlor, deren Spielstärke sich aber in jedem Fall positiv auf seine erste Wertungszahl (DWZ) auswirken wird – mit einem guten 18. Platz in einem sehr starken Teilnehmerfeld und 50% Punktausbeute war er am Ende bester Nordler.

Paarungslisten und Tabellen