Wechsel

Regularien (§ 41 der Sportordnung der Deutschen Triathlon Union):

  • Markierungen des eigenen Wechsel-/Radabstellplatzes sind verboten und können ohne Vorwarnungen entfernt werden
  • wenn eine Umkleidezone oder eine Tütenablage für die Rad- und Laufbekleidung eingerichtet ist, dürfen am Radabstellplatz keine Ausrüstungsgegenstände liegen außer Radschuhen, Helm, Startnummernband mit Startnummer und ggf. einer Brille. Die Laufutensilien liegen dann in der Umkleidezone- in der Wechselzone darf nicht mit dem Rad gefahren werden (es muss beim Verlassen der Wechselzone außerhalb einer gezogenen Linie aufgestiegen und bei der Ankunft vor dieser Linie wieder abgestiegen werden)
  • der Helm ist vor der Radaufnahme aufzusetzen und zu schließen und erst nach dem Abstellen des Rades (loslassen !) wieder zu öffnen und abzusetzen
  • Neoprnanzüge dürfen vom Schwimmausstieg bis zum Rad nur "vom Oberkörper entfernt" (also bis zur Hüfte heruntergezogen) werden

TIPPS ZUR VORBEREITUNG UND ZUM ABLAUF

1. Die richtigen Radschuhe und die richtige Laufschuhschnürung kaufen

Triathlon-Radschuhe zeichnen sich dadurch aus, dass sie im Gegensatz zu normalen Radschuhen statt teils kompliziertem Schnürsystem einen (!) einfachen Klettriemen zum Verschließen des Schuhs aufweisen. Zudem haben gute Schuhe eine Schlaufe an der Ferse, an der man den Schuh besser anziehen, aber auch am Rad mit Gummibändern fixierten kann. Für einen schnellen Wechsel in die Laufschuhe ist es von entscheidender Bedeutung, dass man sich nicht erst eine Schleife an jedem Schuh binden muss. Um dies zu verhindern gibt es zahlreiche Schnellschnürsysteme für Laufschuhe, die man sich unbedingt zulegen sollte. Es gibt wenig Frustrierenderes, als dass man am Boden kniet, um Schleifchen zu binden, während ein Kontrahend den ganzen Wechsel vollführt.

2. Barfuß in Rad- und Laufschuhen

Um beim Wechsel die Zeit des Sockenanziehens zu sparen, verzichtet man beim Triathlon auf Socken in den Schuhen. Das ist für gewöhnlich unproblematisch und sollte im Training einfach mal ausprobiert werden. Für ein besseres Gefühl streuen sich manche Athleten Babypuder in die Schuhe.

3. Vor dem Wettkampf früh genug da sein

Es dauert seine Zeit, die Wechselzone einzurichten, und sich mit den Gegebenheiten vertraut zu machen. Damit nicht schon vor dem Start der Puls rast, weil man nicht genug Zeit dafür eingeplant hat, ist ein frühes Erscheinen am Wettkampfort unerlässlich. Wer hektisch wird, macht evtl. Fehler bei der Vorbereitung und hat zudem einen hohen Puls. Hoher Puls verbraucht viel zusätzlichen Sauerstoff. Viel zusätzlichen Sauerstoff will man bei der ersten Disziplin nicht unnötig verschwenden - davon gibt es im Wasser nicht all zu viel.

4. Startnummern an Startnummernband, Rad und Helm befestigen

Gute Startnummernbänder haben zwei Gummisenkel, an denen die üblicherweise gelochte Startnummer recht sicher befestigt werden kann. Sollte die Startnummer kein Loch haben, befestigt man die Nummer am besten mit Sicherheitsnadeln am Band. Damit eine Startnummer nicht ausreißt, kann man sie vor dem "Anpieksen" an den Einstichstellen mit Tesafilm verstärken.

Häufig werden Startnummernaufkleber für Rad und Helm ausgegeben, die dann auch zu verwenden sind. Die Startnummer für's Rad wird gewöhnlich auf die linke Seite der Sattelstütze geklebt, damit ein überholendes Schiedsrichtermotorrad die Nummer auch ablesen kann. Am Helm wird die Startnummer normalerweise vorne auf den Helm geklebt, manchmal ist ebenfalls eine Nummer auf die Seite des Helms zu kleben. Die entsprechenden Regularien können meist auf der Homepage des Veranstalters nachgelesen werden und werden bei der Startnummernausgabe noch einmal erklärt. Wenn Unklarheiten bestehen, bei den Helfern oder Schiedsrichtern nachfragen. Häufig kleben Startnummer so gut, dass man sie schlecht wieder abbekommt; manche Athleten "laminieren" sie sich deswegen mit Tesa an Rahmen bzw. Helm.

5. Startnummer knüllen

Bei besonders steifen Startnummern kann es für's Laufen hilfreich sein, dass man sie ein paar Mal zusammenknüllt. So kann man die Oberschenkel besser nach vorne bringen, ohne dass man ständig gegen einen Widerstand schlägt.

6. Schnürung der Laufschuhe weiten

Wenn man nach dem Radfahren in die Laufschuhe wechselt, sollten die schon so gut präpariert sein, dass man nur noch reinschlüpfen muss. Hierzu weitet man die Schnürung in einem Maße, dass man gut in den Schuh kommt, aber nicht die Schnürung danach noch umständlich wieder zuziehen muss. Manche Athleten schmieren sich Vaseline in die Schuhe, das muss aber nicht sein. Zum einen versaut man sich die Schuhe, die man ja evtl. auch nochmal mit Socken laufen will, zum anderen soll der Schuh beim Laufen dann ja auch an der Ferse gut sitzen.

7. Den richtigen Gang am Rad einstellen

Grundsätzlich sollte der Gang am Rad so niedrig eingestellt sein, dass man gut anfahren kann, aber nicht so niedrig, dass man nach dem Aufsteigen erstmal ins Leere tritt. Geht es am Ausgang der Wechselzone zur Radstrecke berauf, ist ein niedrigerer, geht es bergab, ein höherer Gang (nicht zu hoch !) einzulegen.

8. Überblick über die Wechselzone verschaffen

a) Radabstellplatz
Es ist unerlässlich, die Laufwege zu kennen, um im Wettkampf keine Zeit mit der erstmaligen Orientierung zu verlieren. Aus diesem Grund geht/läuft man diese Wege vor dem Rennen ab. Start ist der Eingang der Wechselzone, durch die man nach dem Schwimmen zu laufen hat. Von da aus läuft man zu seinem Radstellplatz und sucht sich Markierungspunkte in der Umgebung z.B. "nach dem dicken Baum zweite Reihe links rein, ganz hinten linke Seite" oder "dritte Reihe rechts rein, linke Seite, nach ca. einem Drittel der Reihe".  Nach diesem ersten Laufweg nimmt man sich den Laufweg vor, den man mit dem Rad an der Hand aus der Wechselzone läuft und danach den, den man nach dem Radfahren wieder in die Wechselzone zurück kommt. Diese drei Wege können je nach Veranstaltung auch drei unterscheidliche Wege sein.

b) Relief am Ausgang der Wechselzone zur Radstrecke
Zudem ist es wichtig sich anzusehen, ob es die ersten Meter auf dem Rad hoch oder runter geht (siehe 7.).

c) Wechselbeutel
Klären, wo man ihn bekommt und wo man ihn ablegen darf/muss.

d) Unklarheiten klären
In der Wechselzone laufen normalerweise haufenweise Helfer und Schiedsrichter rum, die gerne alle Fragen beantworten.

9. Schuhe an den Pedalen befestigen

Bei einem schulbuchmäßigen Wechsel springt man barfuß auf den Sattel, fährt mit den Füßen auf den Schuhen los und wenn man aus dem Gewühl vor der Wechselzone raus ist, schlüpft man erst in die Schuhe. Das muss man üben und dabei sollte man auch immer etwas Vorsicht walten lassen, weil man sich sonst wirklich wehtun kann - sowohl an den nackten Füßen als auch an allem, was so auf dem Sattel oder auch daneben landen kann. Hierfür ist erforderlich, dass die Schuhe schon auf die Pedalen geklickt sind. Da ansonsten die Ferse auf dem Boden schleift und das Schieben des Rades damit schwieriger wird, stellt man die Pedalarme waagerecht und bindet die Schuhe an der Fersenschlaufe mit Gummiringen an den Umwerfer (vorderer Schuh) bzw. an den Schnellspanner des Hinterrades (hinterer Schuh). Wenn man anfängt zu treten, zerreißen die Gummis und hindern nicht mehr.

10. Tempolauf in der Wechselzone

Häufig sieht man insbesondere unerfahrene Triathleten vom Schwimmausstieg in Richtung ihres Radabstellplatzes traben. Wenn das Rad dann aufgenommen ist, wird auch weiter Richtung Radstrecke getrabt und bei der Rückkehr in die Wechselzone dann noch einmal. Hier sollte keine Zeit verschwendet werden. Klar muss man sehen, dass man nach dem Schwimmausstieg nicht umfällt, weil man mit wackelingen Beinen zu schnell rennt, und klar muss man auch gucken, dass beim Führen des Rades nichts passiert, damit man mit diesem nicht zusammen zu Boden geht. Aber all das kann man trainieren. Im Wettkampf sieht man dann zu, dass man so schnell wie möglich am Rad ist, so schnell wie möglich mit dem Rad aus der Wechselzone raus und so schnell wie möglich das Rad weggestellt hat, wenn man wieder da ist.

11. Neoprenanzug richtig ausziehen

Wenn man an seinem Wechselplatz angekommen ist, darf man auch den Rest des bislang bis zur Hüfte runtergezogenen Neopenanzugs ausziehen. Hierzu zieht man ihn mit den Händen so weit runter, wie es irgendwie geht. Dann stellt man sich mit einem Fuß auf den am Boden liegenden Anzug und hebt das andere Bein an um so - den Neo auf links ziehend - ein Stück weiter die Beide frei zu bekommen. Das macht man dann abwechselnd mit dem anderen Fuß bzw. Bein, bis man draußen ist. Hierfür ist ein bisschen Balance und Geschick gefordert, die man aber gut im Training entwickeln kann. Manche Athleten schmieren sich die Unterschenkel mit Vaseline ein, damit sie den Anzug beim Ausziehen besser über die Unterschenkel bekommen. Wer das vor hat: Die Vaseline wird mit einer Plastiktüte aufgetragen - es darf nichts auf die Hände kommen, um beim Schwimmen die Fließeigenschaften des Wassers an der Hand nicht negativ zu beeinflussen.

12. Das Rad richtig schieben

Das Rad wird hinten am Sattel geführt, der Rest des Rades, insbesondere der Lenker ist frei. Das ist mit ein bisschen Übung sehr leicht zu lernen. Führt man das Rad vorne am Lenker, besteht die Gefahr, dass man das Vorderrad versehentlich hochhebt, dieses dann in Richtung der eigenen Beine kippt und man zusammen mit dem Rad zu Boden geht. Ebenfalls gerät einem bei dieser "Technik" schnell das zugewandte Pedal in die Beine. Zu dem kann man auf diese Weise nicht so schnell laufen, als wenn man das Rad am Sattel führt.