Allgemeines

Als moderner Ausdauerdreikampf hat unser Sport seit den 1970er Jahren einen Aufschwung erlebt, der seinesgleichen sucht.
Hinter dem Begriff Triathlon verbirgt sich grundsätzlich die Kombination der drei Ausdauersportarten Schwimmen, Radfahren und Laufen, die auch in dieser Reihenfolge wettkampfmäßig vom Start bis zum Ziel hintereinander und ohne Unterbrechung zu absolvieren sind.

Strecken

Die ITU-Standard-Distanzen ergeben sich aus § 9 der Sportordnung der Deutschen Triathlon Union. Klassisch werden von den Veranstaltern die folgenden Distanzen ausgeschrieben:

Distanz

Schwimmen

Radfahren

Laufen

Sprint

0,5 km

20 km

5 km

Kurz

1,5 km

40 km

10 km

Mittel

2,0 km

80 km

20 km

Lang

3,8 km

180 km

42,195 km

Wird auf der Kurzdistanz im Becken geschwommen, verkürzt sich die Schwimmdistanz regelmäßig auf 1,0 km.
Der Half IRONMAN unterscheidet sich auch ein bisschen von der normalen Mitteldistanz, da hier die exakte Hälfte eines Ironman angesetzt wird: 1,9 / 90 / 21,1 km.
Ab der Distanz von Volkswettkämpfen (0,75/20/5) können Wettkämpfe über die "Sonstige Distanz" angeboten werden. Die Streckenlänge kann daher (im Rahmen der in der Sportordnung festgelegten Regeln) variieren.

Die wichtigsten Regeln

  • Fahren im Windschatten (hinter oder seitlich neben einem anderen Teilnehmer) ist grundsätzlich verboten. Dabei gilt eine "Windschattenbox" von 3 x 10 Metern mittig durch das Rad jedes Teilnehmers. Es wird mit einer Zeitstrafe und ggfs. mit einer Disqualifikation geahndet.
  • Bei bestimmten Veranstaltungen (z.B. Deutsche Meisterschaften, Wettkämpfe der 1. Bundesliga und insbesondere internationalen Wettkämpfen) ist das Windschattenverbot aufgehoben. Durch die Aufhebung des Windschattenverbotes soll Triathlon "zuschauerfreundlicher" sein und diente vor allem dazu, Triathlon als Sport "olympiafähig" zu machen. Hierfür muss der Veranstalter jedoch eine Reihe von Vorkehrungen treffen, die in "normalen" Wettkämpfen nahezu nie erfüllt werden.
  • die Annahme fremder Hilfe ist verboten
  • die Startnummer wird nach dem Schwimmen um die Hüfte geschnallt und sitzt beim
    • Radfahren hinten
    • Laufen vorne
  • bei Radfahren besteht Helmpflicht
  • die Bremshebel am Fahrrad müssen nach hinten ragen
  • Kälteschutzanzüge (Neo)
    • dürfen nur aus maximal 3 Teilen bestehen
    • die Gesamtmaterialstärke darf 5 mm nicht überschreiten
    • das Schwimmen mit Neo ist ab bestimmten Wassertemperaturen verboten

Der erste Triathlon

Wann und wo genau der erste Triahlon stattfand, darüber streiten sich die Triathlon-Historiker. Nach Angaben des Französischen Triathlonverbandes wurde der erste Triathlon bereits 1934 in Rochelle (FRA) durchgeführt.
Laut Internationaler Triathlon Union (ITU) wurde der Triathlon Anfang 1970 durch den San Diego Track Club „erfunden“. Der erste Wettkampf führte 1975 über eine Distanz von 5 Meilen Laufen (= ca. 8 km) , 5 Meilen Radfahren und 0,5 Meilen Schwimmen (ca.800 m). Der Grundgedanke war, eine Alternative zum harten und monotonen Lauftraining zu finden.
Viele sehen die Geburtsstunde des Triathlons im Jahre 1977 auf Hawaii: Mehrere Angehörige einer auf Hawaii stationierten US-Armee-Einheit diskutieren darüber, welcher Ausdauerwettkampf denn nun der härteste sei - das alljährlich auf der Insel Oahu mit der Hauptstadt Hawaiis, Honolulu, stattfindende Brandungsschwimmen über 2,4 Meilen (= 3,86 km), das Around Oahu Bike Race über 112 Meilen (= 180,2 km) oder der Honululu-Marathon.

IRONMAN - Geburtsstunde eines Mythos

Da man sich nicht einigen konnte, machte schließlich John Collins den Vorschlag, diese drei Wettbewerbe hintereinander zu absolvieren. Von den am 18.2.1978 gestarteten 15 Teilnehmern kam Gordon Haller nach 11:46 Stunden als erster ins Ziel. Der Ironman-Triathlon (zu deutsch Eisenmann-Triathlon) war geboren. Seither findet dieser einmalige Wettkampf jährlich auf Hawaii statt, bildet mittlerweile die Weltmeisterschaft in der Ironman-Distanz und ist zum größten Magneten dieser Sportart geworden.
Gerade die Fernsehbilder des dritten Hawaii Ironman (1980 vom US-Sender ABC übertragen) verschafften dem Triathlon eine weltweite Popularität. Bilder von Triathleten, die sich - völlig dehydriert - auf allen Vieren ins Ziel schleppten prägten fortan den Begriff „Mythos Ironman“.
In Vorausscheidungs-Wettkämpfen auf der ganzen Welt haben Triathleten die Möglichkeit, sich für diese Weltmeisterschaft über die Ironman-Distanz zu qualifizieren. In Deutschland werden die Startplätze für Hawaii beim Ironman-Germany in Frankfurt vergeben.
Zu den Qualifikations-Rennen über die Ironman-Distanz gibt es mittlerweile auch die Möglichkeit, sich über die Halbdistanz einen sog. "Slot" für Hawaii zu sichern.

Die Triathlon-Welle schwappt nach Europa

Im Jahre 1980 fand der erste Triahlon in Europa (CSSR) statt. In Deutschland mußte man bis zum Jahr 1982 warten. In Essen wurden die Distanzen 1 k Schwimmen, 70 km Radfahren und 10 km Laufen bewältigt. 1983 kam es folgerichtig zur Gründung des Deutschen Triathlon Verbandes und des Deutschen Triathlon Bundes, die im Jahre 1985 zur heute noch bestehenden Deutschen Triathlon Union (DTU) fusionierten.
1983 kam es außerdem zur Gründung der Europäischen Triathlon Union (ETU) und in Immenstadt wurde die erste Deutsche Meisterschaft (1,9-119-29) durchgeführt. Die erste Europameisterschaft fand ebenfalls in Immenstadt statt (1985, Strecke: 1,3-60-12). 1989 wurde die International Triathlon Union (ITU) in Avignon, Frankreich, gegründet und die ersten offiziellen Weltmeisterschaften durchgeführt. Seither wurden über 100 Nationale Verbände gegründet.

Olympia

1994, auf dem IOC Kongress in Paris wurde Triathlon in das Olympische Programm aufgenommen. Im Sommer 2000 feierte Triathlon sein Debüt bei Olympia. Gestartet wurde über die so genannte „Olympische Distanz“ (1,5 km Schwimmen, 40 km Radfahren, 10 km Laufen), die auch bei allen Veranstaltungen der ITU World Cup Serie zu bewältigen ist.
Unvergessen sind die Bilder des deutschen Silbermedaillengewinners Stephan Vuckovic, der lange führte und erst kurz vor der Ziel vom späteren Sieger überholt wurde; trotzdem aber seine Medaille überschwenglich feierte.
Der einzige Olympia-Gewinner jedoch kommt aus NRW. Es ist der Kölner Jan Frodeno, der 2008 in London mit einem beeindruckenden Zielsprint gleich mehrere Kontrahenten scheinbar mühelos stehen ließ und ganz Triathlon-Deutschland ebenso begeisterte wie den TV-Reporter, der mit sich überschlagender Stimme Frodeno mit den Worten "Frodo, mach uns den Herrn der Ringe..." ins Ziel schrie.

IRONMAN-Weltmeister

1997 kam es dann endlich zum ersten Sieg eines Deutschen bei der Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii. Aber nicht nur das: das Rennen ging als der "Deutsche Tag" in die Geschichte des IRONMAN ein. Thomas Hellriegel gewann vor Jürgen Zäck und Lothar Leder. Obwohl Leder die beiden vorangegangenen Jahre schon Zweiter geworden war, kam für die Ausrichter offenbar so überraschend, dass kurz nach dem Zieleinlauf händeringend Deutsch-Übersetzer gesucht wurden.

Die übrigen Weltmeister:
2004 Norman Stadler
2005 Faris Al-Sultan
2006 Norman Stadler
2014 Sebastian Kienle
2015 Jan Frodeno

Einer deutschen Frau ist es bisher noch nicht gelungen, sich den Weltmeistertitel zu erkämpfen.