Willi Wolters zum 50. Mal beim Volkslauf in Hagen

Donnerstag, 25. Mai 2017

Der Sportclub Concordia Hagen 1967 ist den meisten Läufern aus unserer Region sicher nicht bekannt. Das gilt nicht für Wilhelm Wolters, ehemaliger Vorstand der Spvgg. Sterkrade-Nord. Aus einer Laune heraus startete er 1968, gemeinsam mit einigen Trainingspartnern, bei dem vom SCC Hagen damals erstmalig ausgerichteten internationalen Volkslauf über 10 Kilometer. Der außergewöhnliche Streckenverlauf mit vielen Höhenmetern in schöner Landschaft gefiel ihm so gut, dass er auch im darauf folgenden Jahr an den Start ging. Und im Nächsten, und im Übernächsten. Und irgendwann, vielleicht zur Jahrtausendwende, fasste er den Entschluss: "Ich schaffe es auch bis zum 50sten Start im Jahr 2017". Diese Zielsetzung und eiserner Willen waren es dann auch, die "unseren Willi" in den letzten Jahren, als es lauftechnisch nicht mehr so gut ging und auch die Gesundheit ein paar Probleme machte, über die Runden half. Und so reihte er sich, mittlerweile 78 Jahre alt, am vergangenen "Vatertag" in das Starterfeld des Jubiläumslaufes in Hagen ein. Begleitet wurde Willi von Vereinskamerad Lothar Thyssen, der nachfolgend ein paar Eindrücke von der Strecke und dem Rennverlauf gibt:

Dieser Volkslauf, als einer der landschaftlich schönsten und schwersten Läufe in Deutschland ausgeschrieben, ist läuferisch "ein echter Hammer". Nichts für Bestzeit-Ambitionen. Auf der ersten Hälfte der Strecke erwartet uns eine lange schmale Waldpassage mit starkem Gefälle und vielen Verwurzelungen, gefolgt von einem talwärts führenden Weg quer über eine Wiese, ebenfalls mehrere hundert Meter lang. Nur das von den vorlaufenden Teilnehmern niedergetrampelte Gras weist den richtigen Weg. Noch schlechter läuft es sich dann weiter bergab auf einem Schotterweg. Von echtem Tempo keine Spur, weil man permanent auf die Unebenheiten des Weges achten muss und die Sturzgefahr sehr groß ist. Und dann, man ahnt es schon, gibt es keine Erholung durch eine gerade Strecke, sondern es geht direkt wieder bergauf. Und zwar ziemlich heftig. Eine kurze Gehpause muss eingelegt werden. Das wiederholt sich einen Kilometer später an einer Wiese, wo es schmal wie ein Ziegenpfad nach oben geht. Kilometer 8, endlich geradeaus mit leichter Abwärtstendenz. Willi hat die zweite Luft, läuft jetzt lockerer als zuvor, hat das Ziel vor Augen.

Soweit die Schilderung. Willi erreichte glücklich und gesund das Ziel nach rund 85 Minuten, auf dem letzten Kilometer zusätzlich begleitet von den Vereinskameraden Jürgen Fernholz und Jürgen Schilling. Empfangen wurde er vom Applaus der Zuschauer, die vom Moderator auf die außergewöhnliche Durchhalte-Leistung dieses Läufers vorab eingestimmt worden waren. Und natürlich vom zusätzlichen Beifall einiger mitgereister "Fans" aus dem Nordler Lauftreff. Bei der anschließenden Siegerehrung konnte er nicht nur als Zweiter der Altersklasse M75 das Podest besteigen, sondern wurde auch für seine 50jährige Treue an der Veranstaltung mit einem Pokal belohnt. Nicht zu vergessen, dass sowohl die örtliche Presse als auch ein regionaler Radiosender Willi um ein Interview baten. Ausklingen ließen die Nordler diesen Jubiläumslauf auf der Festwiese bei Kaffee und Kuchen und natürlich einem Gläschen Sekt. Herzlichen Glückwunsch Willi!

Bild: Wilhelm Wolters (links) bei der Siegerehrung